🇬🇧

Ich beschäftige mich mit der Frage, warum unsere Systeme immer leistungsfähiger werden und sich Entscheidungen trotzdem zunehmend schwerer anfühlen.

Prozesse, Tools und KI funktionieren heute besser denn je. Sie optimieren Abläufe, erzeugen Optionen, liefern korrekte Antworten.

Und dennoch fehlt in vielen Situationen etwas Entscheidendes: Orientierung.

Mein Eindruck ist, dass wir es nicht mit einem Produktivitätsproblem zu tun haben, sondern mit einem Bedeutungs- und Stimmigkeitsproblem. Wenn alles optimierbar wird, wird das Nicht-Optimierbare relevant: Sinn, Richtung, innere Konsistenz von Entscheidungen.

Künstliche Intelligenz ist dabei nicht die Ursache dieses Spannungsgefühls. Sie wirkt eher wie ein Katalysator. Je besser Maschinen Prozesse, Texte und Optionen erzeugen, desto deutlicher wird die Frage, wofür wir diese Fähigkeiten eigentlich einsetzen.

Viele aktuelle Debatten rund um KI konzentrieren sich auf Kontrolle, Sicherheit und Risiken. Diese Fragen sind wichtig. Was dabei oft zu kurz kommt, ist eine andere Ebene: Wie gestalten wir Systeme so, dass Menschen sich darin orientieren können – nicht nur effizient funktionieren.

Daraus ergeben sich Konsequenzen für Arbeit, Produktentwicklung und Organisationen. Es reicht möglicherweise nicht mehr aus, Software benutzbar zu machen oder Arbeit weiter zu optimieren.

Systeme müssen in der Lage sein, Orientierung für Entscheidungen zu geben, Kohärenz zwischen Zielen, Handlungen und Bewertungen zu ermöglichen und Widersprüche in der Entstehung sichtbar zu halten, statt sie vorschnell zu glätten.

Das ist unbequem. Es lässt sich nicht einfach messen oder skalieren. Aber ich habe den Eindruck, dass genau hier derzeit ein zentraler Engpass entsteht.

An dieser Schnittstelle arbeite ich. Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit der Frage, wie Klarheit in komplexen Situationen überhaupt entstehen kann.

Wenn Sie den Eindruck haben, dass diese Gedanken für Ihren Kontext relevant sind, können Sie mir schreiben: dieter@szegedi.info