Portrait von Dieter Szegedi

Dieter Szegedi

Klarheit, Struktur und Entscheidungen im Kontext von KI und komplexen Systemen

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Warum kein Quellenverzeichnis?

Diese Texte verzichten bewusst auf ein klassisches Quellenverzeichnis.

Das bedeutet nicht, dass sie ohne Einflüsse entstanden sind. Im Gegenteil. Sie stehen in einem ständigen Dialog mit Büchern, wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Gesprächen und eigenen Erfahrungen. Viele Gedanken werden Leserinnen und Leser an bekannte Autoren oder bestehende Forschungsrichtungen erinnern.

Dennoch beginnen diese Texte nicht mit Literatur.

Sie beginnen mit Beobachtungen.

Aus diesen Beobachtungen entsteht zunächst ein vorläufiges Arbeitsmodell – ein bewusst unvollständiger Versuch, die beobachteten Zusammenhänge zu erklären. Dieses Modell erhebt keinen Anspruch auf Originalität oder Vollständigkeit. Sein Zweck besteht darin, dem Gegenstand mit einer eigenen Perspektive zu begegnen.

Erst danach erfolgt die Auseinandersetzung mit den Arbeiten anderer.

Diese Reihenfolge ist bewusst gewählt.

Wer Literatur zuerst liest, übernimmt leicht unbemerkt deren Begriffe, Fragestellungen und Argumentationsmuster. Wer zunächst ein eigenes Arbeitsmodell entwickelt, kann später in einen wirklichen Dialog mit anderen Modellen treten. Unterschiede werden sichtbar. Gemeinsamkeiten werden ebenso sichtbar. Das Ziel ist nicht, bestehende Arbeiten zu ersetzen, sondern sie besser verstehen und einordnen zu können.

Deshalb sind diese Essays keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen im klassischen Sinn.

Sie dokumentieren einen Denkprozess.

Sollte aus einem solchen Denkprozess später ein wissenschaftlicher Beitrag entstehen, gehört selbstverständlich eine sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Forschungsstand dazu. Dann wird auch ein Quellenverzeichnis unverzichtbar.

Für die Essays auf dieser Website erfüllt ein Quellenverzeichnis jedoch eine andere Funktion, als häufig angenommen wird. Es könnte den Eindruck erwecken, die Texte seien in erster Linie Zusammenfassungen vorhandener Literatur.

Das sind sie nicht.

Sie sind Versuche, durch eigene Modellbildung Orientierung zu gewinnen und anschließend die Begegnung mit anderen Modellen zu suchen.

Vielleicht werden manche Gedanken bereits an anderer Stelle ausführlich beschrieben worden sein. Vielleicht entstehen gelegentlich auch neue Verbindungen zwischen bekannten Konzepten. Beides ist willkommen.

Entscheidend ist nicht, wer einen Gedanken zuerst formuliert hat.

Entscheidend ist, ob ein Modell hilft, die Welt besser zu verstehen.