Designauftrag: Beratungs-Website für Dieter Szegedi
Ziel dieses Auftrags
Dieser Auftrag besteht nicht darin, eine bestehende Website neu zu gestalten.
Ziel ist vielmehr die Konzeption einer zweiten, eigenständigen öffentlichen Website für dieselbe Person.
Diese Website soll den richtigen Menschen ermöglichen zu verstehen,
- was Dieter Szegedi als Berater auszeichnet,
- bei welchen Fragestellungen er unterstützen kann,
- wie er arbeitet und
- wie eine Zusammenarbeit beginnen kann.
Die neue Website soll die bestehende Website weder ersetzen noch vereinfachen.
Sie soll sie sinnvoll ergänzen.
Hintergrund
Bestehende Website
Die bestehende Website erfüllt bereits eine wichtige Aufgabe.
Sie dokumentiert die Art und Weise, wie Dieter Szegedi denkt.
Ihr primärer Zweck ist:
- berufliche Identität
- intellektuelle Transparenz
- langfristige Orientierung
- öffentliche Dokumentation des Denkens
Sie ist bewusst selektiv gestaltet.
Sie enthält weder Marketing-Funnel noch Kundenstimmen, Akquisemechanismen oder klassische Beratersprache.
Das ist beabsichtigt und soll auch so bleiben.
Die eigentliche Gestaltungsaufgabe
Die bestehende Website beantwortet die Frage:
Wer ist diese Person in beruflicher Hinsicht?
Die neue Website soll eine andere Frage beantworten:
Warum sollte jemand mit dieser Person zusammenarbeiten?
Dabei handelt es sich um zwei grundsätzlich unterschiedliche Kommunikationsaufgaben.
Die neue Website soll deshalb nicht versuchen, die Inhalte von szegedi.info zu wiederholen.
Stattdessen soll sie das dort dokumentierte Denken in professionelle Beratungspraxis übersetzen.
Die Aufgabe besteht daher in einer Übersetzung, nicht in einer Vereinfachung.
Zentrales Gestaltungsziel
Entwirf eine Beratungs-Website, die Besucher auf natürliche Weise von
„Ich verstehe, wie diese Person denkt.“
zu
„Ich kann mir vorstellen, mit dieser Person zusammenzuarbeiten.“
führt,
ohne die zugrunde liegende berufliche Identität zu verändern.
Verhältnis beider Websites
Das Zusammenspiel beider Websites ist bewusst so vorgesehen.
szegedi.info
Zweck:
- berufliche Identität
- Denken
- öffentliche Arbeiten
- ausführliche Essays
- konzeptionelle Grundlagen
Zentrale Frage:
Warum denkt diese Person so, wie sie denkt?
Beratungs-Website
Zweck:
- Zusammenarbeit
- Beratung
- praktische Anwendung
- Beginn eines Dialogs
- professionelle Zusammenarbeit
Zentrale Frage:
Wie könnte diese Person mir helfen?
Keine der beiden Websites soll die jeweils andere ersetzen.
Beide erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Gestaltungsprinzipien
Die Beratungs-Website muss vollständig mit der auf szegedi.info dargestellten Identität übereinstimmen.
Gleichzeitig soll sie für Menschen mit einer konkreten beruflichen Fragestellung deutlich leichter zugänglich sein.
Das Ziel besteht nicht darin, kommerzieller zu wirken.
Das Ziel besteht darin, zugänglicher zu werden.
Wichtige Beobachtung
Eine externe Analyse von szegedi.info führte zu einer wichtigen Erkenntnis.
Sie kam nicht zu dem Ergebnis, dass der Website Glaubwürdigkeit fehlt.
Stattdessen identifizierte sie eine Lücke zwischen
- beruflicher Identität
und
- sichtbar gelebter Beratungspraxis.
Besucher verstehen, wie Dieter denkt.
Sie erkennen jedoch noch nicht ohne Weiteres, wie dieses Denken in professionelle Beratungsarbeit übergeht.
Diese Lücke zu schließen, ist der Zweck der neuen Website.
Gestaltungsziele
Die Website soll möglichst schnell fünf Fragen beantworten.
1. Wann sollte jemand Kontakt zu Dieter aufnehmen?
2. Für welche Arten von Situationen eignet sich seine Unterstützung besonders?
3. Wie arbeitet er?
4. Was dürfen Auftraggeber realistischerweise erwarten?
5. Wie kann ein erstes Gespräch beginnen?
Alles Weitere ist nachrangig.
Professionelle Positionierung
Beschreibe keine abstrakten Persönlichkeitseigenschaften.
Vermeide Aussagen wie
- nachdenklich
- visionär
- erfahren
- authentisch
- strategisch
- leidenschaftlich
es sei denn, sie werden durch konkrete berufliche Praxis sichtbar.
Mache stattdessen professionelles Handeln beobachtbar.
Zum Beispiel:
Statt
Dieter legt großen Wert auf Orientierung.
zeige
Bevor über Lösungen gesprochen wird, schafft er zunächst ein gemeinsames Verständnis des eigentlichen Problems.
Statt
Er denkt systemisch.
zeige
Er macht verborgene Annahmen, konkurrierende Modelle und Entscheidungsgrenzen sichtbar, bevor er Handlungsmöglichkeiten entwickelt.
Die Website soll die professionelle Arbeitsweise demonstrieren, statt sie lediglich zu behaupten.
Nachvollziehbarkeit statt Behauptungen
Jede wesentliche Aussage sollte durch mindestens eines der folgenden Elemente gestützt werden:
- beobachtbare Arbeitsweisen
- öffentlich dokumentierte Arbeiten
- konkrete Beispiele
- klar beschriebene Beratungssituationen
Vermeide unbelegte Selbstdarstellungen.
Vermeide klassische Beratersprache
Verzichte auf typische Muster klassischer Beratungs-Websites.
Verwende insbesondere keine
- allgemeinen Nutzenversprechen
- Marketing-Floskeln
- übertriebenen Behauptungen
- buzzword-lastige Leadership-Sprache
- künstliche Dringlichkeit
- Sales-Funnel
- angstbasierte Kommunikation
- „Trusted Advisor“-Klischees
- leeren Differenzierungsbehauptungen
Das Ziel besteht nicht darin, bestehende Beratungs-Websites zu imitieren.
Das Ziel besteht darin, eine Website zu schaffen, die sich organisch aus der bestehenden beruflichen Identität entwickelt.
Besuchererlebnis
Ein Besucher sollte schrittweise drei Übergänge erleben.
Zuerst
„Ich verstehe, mit welchen Problemen sich diese Person beschäftigt.“
Danach
„Ich verstehe, wie sie an solche Probleme herangeht.“
Schließlich
„Ich kann mir vorstellen, mit ihr über meine eigene Situation zu sprechen.“
Beziehung zu szegedi.info
Die Beratungs-Website soll dort, wo es sinnvoll ist, auf szegedi.info verweisen.
Besucher dürfen jedoch niemals gezwungen sein, die gesamte Website zu studieren, bevor sie entscheiden können, ob sie Kontakt aufnehmen möchten.
Die Beratungs-Website muss eigenständig funktionieren.
Die tiefergehenden intellektuellen Grundlagen bleiben über szegedi.info zugänglich.
Verantwortung des Designers
Deine Aufgabe besteht nicht lediglich darin, Website-Texte zu schreiben.
Deine Aufgabe besteht darin, die vollständige öffentliche Kommunikationsarchitektur zu entwerfen.
Dazu gehören insbesondere:
- Informationsarchitektur
- Navigation
- Besucherführung
- Seitenstruktur
- Handlungsaufforderungen
- Verteilung der Inhalte
- Zusammenspiel beider Websites
- übergreifende Kommunikationsstrategie
Hinterfrage die ursprünglichen Annahmen, wenn du überzeugt bist, dass sich dadurch eine bessere Lösung ergibt.
Begründe deine Entscheidungen.
Projektstruktur
Das Projekt besteht aus zwei Phasen.
Phase 1 – Website-Strategie
Deine erste Aufgabe besteht darin, die Website zu entwerfen, bevor Texte geschrieben werden.
Zu liefern sind:
- Kommunikationsstrategie
- Analyse der Zielgruppen
- Beziehung zu szegedi.info
- Informationsarchitektur
- Besucherführung
- Seitenhierarchie
- Navigationskonzept
- Begründung aller wesentlichen Gestaltungsentscheidungen
In dieser Phase sollen keine eigentlichen Website-Texte entstehen, außer dort, wo sie zur Veranschaulichung eines Konzepts erforderlich sind.
Ziel ist ein gemeinsam überprüftes und freigegebenes Website-Konzept.
Phase 2 – Umsetzung der Website
Nach Freigabe der Strategie soll die vollständige Beratungs-Website erstellt werden.
Dazu gehören sämtliche Seiten, Navigationselemente und alle Texte, die für eine Veröffentlichung erforderlich sind.
Die Umsetzung soll in sich konsistent und unmittelbar veröffentlichungsfähig sein.
Erfolgskriterium
Das Projekt ist erfolgreich, wenn ein unabhängiger Besucher zu folgendem Schluss gelangt:
„Ich verstehe, wie diese Person denkt.“
gefolgt von
„Ich verstehe, wie diese Person arbeitet.“
und schließlich
„Ich möchte mit ihr über meine eigene Situation sprechen.“
ohne den Eindruck zu gewinnen, die Website wolle ihn mit klassischen Marketingmethoden überzeugen.
Abschließendes Prinzip
Entwirf keine Website, die Beratungsleistungen verkauft.
Entwirf eine Website, die eine Zusammenarbeit mit Dieter Szegedi verständlich, glaubwürdig und leicht zugänglich macht.
Das Ziel ist nicht Überzeugung.
Das Ziel ist Orientierung, aus der sich ein Gespräch ganz natürlich ergibt.