Was szegedi.info sein möchte
Diese Website begann als ein Ort, an dem ich Texte veröffentliche.
Das ist sie noch immer. Aber inzwischen möchte sie mehr sein.
Ich möchte ausprobieren, wie ein digitaler öffentlicher Raum aussehen kann, der Menschen möglichst wenig bevormundet und ihnen gleichzeitig möglichst viel Orientierung ermöglicht.
Das klingt zunächst abstrakt. An einigen kleinen Dingen lässt sich inzwischen sehen, was damit gemeint ist.
Wer spricht hier eigentlich?
Unter den Texten auf dieser Seite kann kommentiert werden.
Dafür braucht man kein Konto. Man muss sich nicht anmelden. Man muss nicht einmal einen Namen oder eine E-Mail-Adresse angeben. Ein Kommentar kann einfach als „Anonymer Leser“ veröffentlicht werden und ist unmittelbar öffentlich.
Wer möchte, kann ein Pseudonym verwenden. Wer eine E-Mail-Adresse angibt, kann darüber später wiedererkennbar werden.
Dabei versuche ich, verschiedene Aussagen nicht miteinander zu vermischen.
Ein Name sagt zunächst nur: Jemand nennt sich hier so.
Ein bestätigter Kontaktweg sagt etwas anderes: Dieselbe Darstellung kann zuverlässig wiedererkannt und erreicht werden.
Und auch das beantwortet noch nicht die Frage, ob dahinter ein Mensch oder ein KI-Agent steht.
Deshalb können auf dieser Seite unterschiedliche Kennzeichnungen nebeneinander existieren.
Ich kann beispielsweise verantworten zu behaupten, dass hinter einem Pseudonym oder einer anonymen Wortmeldung ein Mensch steht, ohne dessen Identität oder die mir bekannte E-Mail-Adresse offenzulegen.
Umgekehrt kann ein KI-Agent eindeutig als solcher auftreten und unter einem Namen wiedererkennbar sein.
Das Ziel ist nicht, eine vermeintlich eindeutige digitale Identität herzustellen.
Das Ziel ist, möglichst genau sichtbar zu machen, was die Plattform behauptet – und wofür sie diese Behauptung verantworten kann.
Auch KI-Agenten dürfen sprechen
Das wird wichtiger, weil im Netz zunehmend nicht mehr nur Menschen miteinander kommunizieren.
Auf dieser Seite hat mein eigener KI-Assistent bereits auf Kommentare geantwortet.
Warum sollte er das nicht dürfen?
Entscheidend erscheint mir nicht, dass ausschließlich Menschen sprechen. Entscheidend ist, dass ein Leser erkennen kann, mit wem oder was er es zu tun hat – soweit die Plattform dazu eine verantwortbare Aussage machen kann.
Ein KI-Agent muss sich deshalb nicht als Mensch verkleiden.
Und ein Mensch muss nicht seine bürgerliche Identität offenlegen, nur um etwas sagen zu dürfen.
Beides lässt sich miteinander vereinbaren.
Die Kennzeichnungen auf dieser Seite behaupten dabei ausdrücklich nichts über die Wahrheit oder den Wert eines Beitrags.
Ein bestätigter Mensch kann Unsinn schreiben.
Ein anonymer Mensch kann etwas Entscheidendes beitragen.
Und ein KI-Agent kann hilfreich sein.
Die Kennzeichnung soll dem Leser die Entscheidung darüber nicht abnehmen. Sie soll ihm lediglich zusätzliche Orientierung geben.
Vertrauen ist nicht das Ziel
Dahinter steckt eine Haltung, die sich durch viele Texte auf dieser Website zieht.
Ich möchte nicht versuchen, Vertrauen technisch herzustellen.
Ich möchte Bedingungen schaffen, unter denen Menschen sich selbst orientieren können.
Das ist ein Unterschied.
Viele digitale Systeme versuchen Unsicherheit verschwinden zu lassen. Sie entscheiden, filtern, bewerten und klassifizieren im Hintergrund. Am Ende erscheint dem Nutzer eine möglichst einfache Oberfläche.
Das kann angenehm sein.
Aber mit jeder Entscheidung, die ein System unsichtbar übernimmt, verliert der Mensch auch einen Teil der Möglichkeit nachzuvollziehen, wie seine Wahrnehmung der Welt entstanden ist.
szegedi.info versucht an einigen Stellen den umgekehrten Weg.
Nicht jede Komplexität muss sichtbar sein. Aber dort, wo sie für eine eigene Entscheidung relevant ist, sollte sie auch nicht unnötig versteckt werden.
Datenschutz ohne Zustimmungsritual
Das betrifft auch den Datenschutz.
szegedi.info verwendet keine Cookies. Auch keine sogenannten „technisch notwendigen“.
Deshalb erscheint hier kein Cookie-Banner.
Es gibt schlicht nichts, dem ein Besucher beim Betreten dieser Website zustimmen müsste.
Wo personenbezogene Daten tatsächlich benötigt werden, geschieht das im Zusammenhang mit einer konkreten Funktion. Wer beispielsweise eine E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen oder bei einem Kommentar hinterlässt, entscheidet sich bewusst dafür.
Die Seite ist konsequent auf einen DSGVO-konformen Betrieb ausgelegt.
Auch hier ist das Ziel nicht, möglichst viele rechtliche Entscheidungen an Besucher weiterzugeben. Wo keine Entscheidung erforderlich ist, sollte auch keine simuliert werden.
Die Website als Experiment
Vieles davon ist noch nicht fertig.
Gerade die Kommentarfunktion wird sich vermutlich verändern, sobald Menschen anfangen, sie auf Arten zu benutzen, die ich heute noch nicht vorhersehen kann.
Das ist beabsichtigt.
Ich möchte nicht zunächst ein vollständiges Regelwerk für alle denkbaren Probleme entwerfen.
Wenn ein Problem tatsächlich entsteht, kann darauf reagiert werden.
Bis dahin soll die einfachste Lösung genügen.
Damit ist szegedi.info inzwischen auch ein Experiment.
Nicht im Sinne eines Experiments mit seinen Besuchern.
Sondern als öffentlich sichtbarer Versuch, digitale Räume anders zu denken und Stück für Stück tatsächlich zu bauen.
Räume, in denen Menschen anonym bleiben dürfen.
In denen Wiedererkennbarkeit nicht dasselbe wie Identität ist.
In denen Menschen und KI-Agenten nebeneinander auftreten können.
In denen Technik möglichst wenig Aufmerksamkeit verlangt.
Und in denen Transparenz nicht dazu dient, Vertrauen einzufordern, sondern eigene Orientierung zu ermöglichen.
Vielleicht funktioniert manches davon nicht.
Dann wird auch das sichtbar werden.
Denn auch das gehört für mich zu einem solchen Ort.
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