Beruflicher Hintergrund
Technik verstehen. Organisation verstehen. Dazwischen arbeiten.
Mein beruflicher Weg verläuft seit mehr als 25 Jahren an den Übergängen zwischen Software, Produkten, Organisationen und Entscheidungen.
Ich habe Software entwickelt und Architekturen entworfen, Unternehmen gegründet und geführt, Produkte aufgebaut, Kunden beraten, Entwicklungs- und Produktteams begleitet und über viele Jahre an der Frage gearbeitet, wie komplexe fachliche Anforderungen in veränderbare technische Systeme übersetzt werden können.
Dabei war meine Rolle selten nur technisch oder nur organisatorisch.
Gerade dort, wo beide Perspektiven nicht sauber voneinander zu trennen sind, liegt ein wesentlicher Teil meiner Erfahrung.
Informatik und Systemdenken
Mein ursprünglicher akademischer Weg begann mit Physik und führte anschließend zur Informatik. Mein Informatikstudium an der Universität Bonn schloss ich 1998 mit Diplom ab.
Schon vor dem Studium war Informatik für mich mehr als Programmierung: 1989 wurde ich Bundessieger des Bundeswettbewerbs Informatik und in die Studienstiftung des Deutschen Volkes aufgenommen.
Die Verbindung aus analytischem Denken und konkretem Bauen zieht sich seitdem durch meine Arbeit.
Software, Architektur und Beratung
Meine ersten Berufsjahre verbrachte ich bei der tiscon AG Infosystems.
Ich arbeitete als Entwickler und Softwarearchitekt im Java-/Enterprise-Umfeld, später auch im Presales und Consulting. Als Business Manager übernahm ich Verantwortung für die tiscon Academy und den Bereich Presales/Consulting.
Damit begann früh eine Kombination, die später immer wieder auftauchte: technische Systeme verstehen und gestalten – und zugleich erklären, vermitteln und in einen geschäftlichen oder organisatorischen Zusammenhang stellen.
Vom Projekt zum eigenen Produkt
2004 gründete ich gemeinsam mit Partnern ein eigenes Softwareunternehmen.
Aus der Arbeit an geschäftsprozessorientierten Lösungen entstand ab 2006 Canotis BOS.
Die ursprüngliche Idee war einfach zu formulieren und schwierig umzusetzen: Fachliche Zusammenhänge sollten nicht zuerst in Anforderungen übersetzt, anschließend programmiert und bei jeder Veränderung erneut durch denselben Zyklus geschickt werden müssen. Verstehen und Verändern sollten näher zusammenrücken.
Daraus entwickelte sich über viele Jahre eine eigene Low-Code-/No-Code-Plattform für komplexe, veränderliche Geschäftsanwendungen.
Seit 2012 bin ich Gründungsaktionär und Vorstand der heutigen Canotis AG.
Die Arbeit daran hat mich weit über Softwarearchitektur hinaus beschäftigt: mit Geschäftsprozessen und Datenmodellen, Benutzeroberflächen und Identitäten, verteilten Systemen, Produktentscheidungen, Kundenanforderungen und der Frage, wie technische Systeme Organisationen abbilden – und zugleich beeinflussen.
Komplexe Systeme in bestehenden Organisationen
Neben meiner unternehmerischen Arbeit war ich immer wieder als Architekt und Berater in größeren Unternehmenskontexten tätig.
Als Lead Architect bei Proway arbeitete ich unter anderem an der Modernisierung einer individuellen Warehouse-Management-Lösung sowie an der Integration bestehender Bankfunktionalität in eine moderne Gesamtbanksteuerung.
Bei eXXcellent solutions war ich als Senior Software Architect, Technical Lead und in Product-Owner-Rollen tätig. Im Umfeld von Daimler Buses ging es um Migration, Integration und Redesign einer internationalen After-Sales-Commerce-Plattform. Daneben arbeitete ich am Aufbau einer internen Plattform für heterogene Entwicklungsteams.
Solche Projekte haben eine Eigenschaft gemeinsam: Die technische Aufgabe lässt sich nicht sinnvoll verstehen, ohne Prozesse, Verantwortlichkeiten, bestehende Systeme, unterschiedliche Interessen und die Geschichte einer Organisation mitzudenken.
Neuorientierung
Nach dem Ende meiner Tätigkeit bei eXXcellent begann für mich eine Phase beruflicher und persönlicher Neuorientierung.
Gesundheitliche Erfahrungen, ehrenamtliche Verantwortung und intensive persönliche Weiterbildung haben meinen Blick stärker auf die menschliche Seite komplexer Systeme gelenkt. Gleichzeitig wurde die Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz zu einem zentralen Bestandteil meiner Arbeit.
Dadurch sind Fragen, die mich beruflich schon lange begleitet hatten, in einen größeren Zusammenhang gerückt: Wie entstehen Orientierung und Entscheidungen? Wie wirken technische, organisatorische und menschliche Faktoren zusammen? Und was verändert sich, wenn KI selbst Teil dieser Prozesse wird?
Aus dieser Entwicklung ist meine heutige unabhängige Arbeit entstanden.
KI und die Veränderung von Arbeit und Entscheidung
Mit generativer KI beschäftige ich mich intensiv seit dem Aufkommen leistungsfähiger Sprachmodelle.
Mein Interesse gilt dabei nicht nur der Frage, welche Aufgaben sich automatisieren lassen.
Mich interessiert stärker, was geschieht, wenn KI selbst Teil von Arbeits-, Denk- und Entscheidungsprozessen wird: Wie verändert sich die Zusammenarbeit? Welche Rollen entstehen zwischen Menschen und technischen Agenten? Welche Entscheidungen können delegiert werden – und welche sollten es nicht? Was bedeutet es für Organisationen, wenn leistungsfähige kognitive Werkzeuge plötzlich individuell verfügbar werden?
Ich nutze Sprachmodelle und agentische Systeme inzwischen intensiv in meiner eigenen Arbeit. szegedi.info ist auch ein öffentlich sichtbares Ergebnis dieser Zusammenarbeit.
Dabei verbinde ich praktische Erfahrung mit Softwarearchitektur und Produktentwicklung mit der Frage, wie Menschen und Organisationen unter veränderten technischen Bedingungen handlungsfähig bleiben.
Heute
Heute arbeite ich unabhängig an Fragestellungen, bei denen technische, organisatorische und menschliche Perspektiven ineinandergreifen.
Ich komme nicht mit einer Methode, die auf jede Situation angewendet werden soll.
Was ich mitbringe, sind mehr als 25 Jahre Erfahrung mit Software und komplexen Systemen, unternehmerische und organisatorische Verantwortung, Produkt- und Architekturarbeit – und eine Arbeitsweise, die darauf ausgerichtet ist, auch dann Orientierung zu gewinnen, wenn noch nicht eindeutig feststeht, worin das Problem eigentlich besteht.
Genau dort beginnt für mich Consulting.